Illustre Gesellschaft

Franz von Assissi, so lese ich es, hat die Krippe mit den darin dargestellten Figuren populär gemacht. Seitdem werden an so vielen Orten und alle Jahre wieder Krippen aufgestellt, ob mit Holz - oder Tonfiguren oder mancherorts sogar mit lebenden Menschen und Tieren. Und alle haben im Stall ihren Platz. Mensch und Tier friedlich beisammen, auch Mensch und Mensch trotz so unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Da sind die zerlumpten Hirten, die Underdogs ihrer Zeit ganz dicht neben den hochrangigen Weisen aus fernem Land in ihren feinen Kleidern. Reich und arm, gebildet und ungebildet: So nahe sind sie alle beieinander in unterschiedlicher Hautfarbe und Kultur.
Eine wahrhaft illustre Gesellschaft. Aber: So verschieden sie sind – im Stall herrscht kein Kampf der Kulturen und Meinungen, weil alle zusammen eine gemeinsame Mitte haben. Es ist das Staunen und die Freude über das Kind, das sie miteinander verbindet und zusammenbringt.
Unsere Welt heute: Wie viele Abgrenzungen werden errichtet, werden Mauern hochgezogen, entstehen Distanzen statt Nähe.
Weihnachten hat diesbezüglich eine andere Botschaft: Gott will zusammenbringen, will Nähe schaffen. Zwischen ihm und uns, aber in der Folge auch zwischen uns. Und Hirten und Weise entdecken, dass sie beide vor ihm in der ersten Reihe stehen dürfen.
Bruno Heinz

